9 Tipps für’s Wolle kaufen

Ein Besuch im Wollgeschäft ist ein sinnliches Erlebnis für alle, die gerne stricken. Die Augen genießen den Farbrausch und die Hände das Fühlen der wunderbaren Qualitäten. Herrlich! Bevor es dann an die Kasse geht, sollte der Blick aber unbedingt noch auf die Banderole des Wunschgarns wandern.


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Das Etikett liefert eine Fülle an nützlichen Informationen. Wer diese Angaben richtig zu deuten weiß, erspart sich eine Menge typischer Anfängerfehler. Hast du bereits die richtigen Nadeln oder müssen sie noch besorgt werden? Passt die Lauflänge zu der Strickanleitung, die du nacharbeiten möchtest? Darf das fertige Strickstück eigentlich in die Waschmaschine? Fragen wie diese, stellt man sich am besten vor dem Kauf und nicht erst zu Hause. Die folgende Abbildung zeigt eine Banderole für ein Baumwollgarn von Schachenmayr, die wir nun nummernweise, ein für alle Mal abhaken:


1 Pflegehinweise Die fünf Symbole des sogenannten „Waschzettels“ bedeuten, dass dieses Garn bis 40 Grad in der Maschine waschbar ist, aber nicht gebleicht werden sollte. Das fertige Strickstück gehört nicht in den Trockner, aber gebügelt werden kann es – allerdings maximal auf Stufe 2 – und eine chemische Reinigung mit Perchlorethylen ist ebenfalls möglich. Diese Pflegehinweise betreffen nur dieses Garn. Sie sind selbstverständlich von Produkt zu Produkt unterschiedlich.
2 Nadelstärke Für dieses Garn empfiehlt der Hersteller, eine Strick- bzw. Häkelnadel der Stärke 2,5 bis 3,5 zu verwenden.
3 Maschenprobe Glatt rechts gestrickt, sollen 26 Maschen x 36 Reihen ein Probestück der Größe 10 x 10 cm ergeben. Die Angaben zur Maschenprobe hängen jedoch stark von der individuellen Strickweise ab und können daher in der eigenen Umsetzung durchaus abweichen. Auf der Banderole sind sie eher als Richtwert zu verstehen, der beim Kauf als Orientierung dient. Beim Stricken ist vielmehr die Maschenprobe maßgeblich, die in einer Anleitung vorgegeben ist. Hier ist es wichtig, auf dieselben Maschen- und Reihenmaße zu kommen.
4 Maschinenstrick Dieses Garn eignet sich nicht nur zum Handstricken, es kann auch mit einer Strickmaschine verarbeitet werden.




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5 Yarn Weight Diese Bezeichnung steht für die Garnstärke. Das zugrundeliegende „Standard Yarn Weight System“ ist das Ergebnis einer Übereinkunft amerikanischer Garnhersteller, die im Industrieverband „Craft Yarn Council“ organisiert sind. Dieser Garnstandard ermöglicht es dem Kunden, ein vorgeschlagenes Garn einfach durch ein gleich starkes zu ersetzen. Bei Produkten, die vornehmlich für den deutschen Markt gedacht sind, ist diese Aufschrift jedoch eher selten zu finden. Letztlich kombiniert es die, in Deutschland üblichen Informationen zur Lauflänge und der Maschenprobe in nur einem Wert, aus dem sich die empfohlene Nadelstärke ergibt. Dieses System soll wesentlich genauer sein, als das in Deutschland gebräuchliche. Die tabellarische Übersicht der acht Garnstärken findest du unten auf dieser Seite.
6 Verbrauch Laut Hersteller werden für ein kurzärmeliges Oberteil der Größe 40, etwa 500 g von diesem Garn benötigt. Auch hier kann es zu Abweichungen kommen. Oftmals ist dieser Wert relativ hoch angesetzt. Ganz sicher sein kann man sich dessen jedoch nie. Die eigene Strickweise bei unterschiedlichen Mustern einzuschätzen und damit gleichsam die benötigte Garnmenge, ist eine Fähigkeit, die aus Erfahrung resultiert. Gut beraten ist, wer in erster Linie die Angaben der jeweiligen Strickanleitung beachtet.
7 Farbnummer Die Garnfarbe, im Sinne von Gelb, Hell- oder Dunkelblau, Magenta usw., wird mit einer eindeutigen Farbnummer bezeichnet, die der Hersteller festlegt.
8 Partienummer Diese Nummer zählt zu den wichtigsten Angaben auf der Banderole. Tragen zwei Knäuel dieselbe Partienummer, wurden sie im selben Farbbad gefärbt und sind daher identisch im Farbton. Für ein Strickstück sollte immer nur Garn einer Partie verwendet werden. Andernfalls kann das Maschenbild markante Farbunterschiede aufweisen, auch wenn die Farbnummer übereinstimmt.


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Auf der Rückseite der Banderole ist noch die Lauflänge des Garns abzulesen, die hier nicht abgebildet ist. In diesem Fall beträgt sie 125m/50g. Würde das 50 g-Knäuel also abgewickelt werden, müsste der Faden 125 Meter lang sein. Dieser Wert gibt Auskunft darüber, wie dick ein Strickgarn in etwa ausfällt. Grundsätzlich gilt dabei die Faustregel: Je geringer die Lauflänge, desto dicker der Faden. Ob er fest verzwirnt ist oder einem eher losen Dochtgarn entspricht, darüber gibt die Lauflänge keine Auskunft. Das ist der gewichtigste Unterschied zum „Standard Yarn Weight System“, das ebendiese Materialeigenschaften berücksichtigt. Möchtest du mit einem Garn arbeiten, bei dem die Lauflänge nicht in Gramm und Metern angegeben ist, sondern in Ounces und Yards, hilft dir der Onlinerechner schnell weiter. Mit einem Klick kannst du alle Angaben umrechnen.

Standard Yarn Weight System
Quelle: Craft Yarn Council (Stand: Juli 2017)

Im Original ist die Tabelle der Garnstandards um einige Zeilen länger. Der Teil mit den Hinweisen zu den empfohlenen Häkelnadeln, ist hier nicht dargestellt.

Fotos und Text: Christiane Mester

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