Halbpatent stricken: Voluminös, elastisch, fließend – es sieht aus wie das Vollpatent, verbraucht aber wesentlich weniger Garn. // Strickanleitung // Strickmuster // Baumwolle // Viskose // Gold // DIY // Stricken lernen // Anleitung deutsch //

Halbpatent

Das Halbpatent ist eine Spielart des klassischen Patentmusters, bei dem sich das typische Patent-Maschenbild nur auf einer Seite des Strickstücks zeigt. Dafür verbraucht das Halbpatent aber auch wesentlich weniger Garn als das Vollpatent.


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Das Patentmuster wird seit jeher vor allem für sein besonderes Volumen und seine Elastizität geschätzt. Das Gestrick ist sehr weich und fällt fließend. Wunderbar! Da jedoch beim Vollpatent nur jede zweite Reihe im Maschenbild erscheint – also jede Reihe quasi zwei Mal gearbeitet wird, fällt der Garnverbrauch entsprechend hoch aus. Abhilfe schafft hier das Halbpatent, bei dem nur eine Seite des Gestricks dem Vollpatent zum Verwechseln ähnlich sieht. Wie der Namen bereits vermuten lässt, wird bei diesem Muster nur eine Hälfte im Patent gestrickt und das Strickstück hat zwei unterschiedliche Seiten. Das Halbpatent ist die „Lightversion“ des Vollpatent. Möchtest du einen Eindruck bekommen, wie ein fertiges Strickstück im Halbpatent wirkt, sieh dir die Anleitung für das SHINE-TOP an.

 

Im Prinzip ein Rippenbündchen
Genau wie bei einem Rippenmuster wechseln sich beim Halbpatent „rechte“ und linke Maschen stetig ab. Optisch besteht der Unterschied vor allem darin, dass die „rechte“ Masche – die hier eine Patentmasche ist – plastisch hervortritt. Sie liegt also höher. Welche der beiden Maschenarten an den äußeren Rändern liegen soll, kannst du dir selbst aussuchen: Soll die Vorderseite der Strickarbeit in jeder Reihe mit einer aufliegenden „rechten“ Patentmasche beginnen und enden, oder lieber jeweils mit einer linken Masche? Bei allen drei Varianten der folgenden Strickanleitung ist es jeweils eine „rechte“ Patentmasche, die außen liegt. Gefällt es dir besser, wenn hier die flache linke Masche erscheint, musst du die Anleitung entsprechend umdenken. Benötigst du Hilfe dabei, schreibe gerne einen Kommentar.


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Die Strickanleitung für das Halbpatent
Es gibt mehr als eine Möglichkeit das Halbpatent zu arbeiten. Das Maschenbild ist immer identisch. Drei Varianten werden im Folgenden vorgestellt. Bei allen drei Anleitungen wird davon ausgegangen, dass in Hin- und Rückreihen gestrickt wird. Entsprechend erfordert das Halbpatent jeweils eine ungerade Maschenzahl plus zwei Randmaschen. Möchtest du in Runden stricken und hast dazu eine Frage, schreibe sie unter diesen Beitrag in die Kommentarspalte.

 

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V A R I A N T E 1
Halbpatent mit tiefer gestochenen Maschen

Soll eine Masche tiefer gestochen werden, wird mit der Nadel nicht in das Maschenglied derselben Reihe gestochen, sondern in die Masche der Vorreihe. Das ist die Masche, die direkt unter der ersten Masche auf der linken Nadel liegt. Bei Variante 1 erscheint das Patent-Maschenbild auf der Rückseite des Strickstücks. Das Muster beginnt also mit einer Rückreihe. Das bedeutet, dass in der ersten und allen folgenden ungeraden Reihen die linke Seite des Strickstücks oben liegt. Wichtig zu wissen ist das vor allem dann, wenn du zuvor zum Beispiel ein Bündchen gearbeitet hast. Beende das vorherige Muster unbedingt so, dass die linke Seite des Strickstücks zu dir zeigt, wenn du die erste Reihe Halbpatent strickst.

1. Reihe (Rückreihe): Eine Randmasche * 1 rechts, 1 links * 1 rechts, eine Randmasche
2. Reihe (Hinreihe): Eine Randmasche, 1 links * eine tiefer gestochene Masche, 1 links * eine Randmasche
3. Reihe und alle folgenden: Die erste und die zweite Reihe stetig wiederholen




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V A R I A N T E 2
Halbpatent mit rechten Maschen und Umschlägen

Anstelle einer tiefer gestochenen Masche, wird die Patentmasche hier mit einem Umschlag gearbeitet. Bei dieser Variante erscheint das Patent-Maschenbild auf der Rückseite des Strickstücks. Das Muster beginnt also mit einer Rückreihe. Das bedeutet, dass in der ersten und allen folgenden ungeraden Reihen die linke Seite des Strickstücks oben liegt. Das ist wichtig zu wissen, wenn du zuvor zum Beispiel ein Bündchen gearbeitet hast. Beende das vorherige Muster unbedingt so, dass die linke Seite des Strickstücks zu dir zeigt, wenn du die erste Reihe Halbpatent strickst.

1. Reihe (Rückreihe): Eine Randmasche * eine Masche mit dem Faden vor der Nadel links abheben, 1 rechts * eine Masche mit dem Faden vor der Nadel links abheben, eine Randmasche
2. Reihe (Hinreihe): Eine Randmasche * die folgende Masche zusammen mit dem Umschlag rechts abstricken, 1 links * die folgende Masche zusammen mit dem Umschlag rechts abstricken, eine Randmasche
3. Reihe und alle folgenden: Die erste und zweite Reihe stetig wiederholen.

 

V A R I A N T E 3
Halbpatent mit linken Maschen und Umschlägen

Bei dieser Variante erscheint das Patent-Maschenbild auf der Vorderseite. Das Muster beginnt also wie gewohnt mit einer Hinreihe. Die rechte Seite des Strickstücks zeigt in der ersten und allen folgenden ungeraden Reihen zu dir.

1. Reihe (Hinreihe): Eine Randmasche * eine Masche mit dem Faden vor der Nadel links abheben, 1 links * eine Masche mit dem Faden vor der Nadel links abheben, eine Randmasche
2. Reihe (Rückreihe): Eine Randmasche * eine Masche zusammen mit dem Umschlag links abstricken, 1 rechts * eine Masche zusammen mit dem Umschlag links abstricken, eine Randmasche
3. Reihe und alle folgenden: Die erste und zweite Reihe stetig wiederholen.

Foto und Text: Christiane Mester

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Halbpatent stricken: Voluminös, elastisch, fließend – es sieht aus wie das Vollpatent, verbraucht aber wesentlich weniger Garn. // Strickanleitung // Strickmuster // Baumwolle // Viskose // Gold // DIY // Stricken lernen // Anleitung deutsch //

5 Kommentare

  1. Hallole, heute ist die Wolle für meine erste Halbpatent-Jacke gekommen. Ich war mir ganz einfach noch nicht sicher wegen dem Patent. Jedoch hat mir die maschentext Seite weitergeholfen und ich habe mich für die Variante 1 entschieden mit der tiefer gestochenen re Masche. Habe auch gleich ein bissele geübt mit nem alten Faden -:) Und das mit der rechten und der linken Seite, das habe ich jetzt auch begriffen.

    Haltet mir die Daumen, das aus der Wolle auch ne Jacke wird!

    Vielen Dank im Voraus
    Margot

    1. Liebe Susanne,

      diese Frage lässt sich nicht mit einer allgemeingültigen Regel beantworten. Es eine typische Schätzfrage, denn es gibt einige Unbekannte: Wie viel Wolle ein Projekt benötigt, hängt von der Beschaffenheit des Garns, der gewählten Nadelstärke, dem jeweiligen Muster und der individuellen Strickweise ab. Der Blick auf den Faktor „Garn“ zeigt: Die Frage nach der Menge lässt sich allein deshalb nicht beantworten, weil 50 m eines dünnen Garns weniger wiegen als 50 m eines dicken Garns und das Gewicht zudem von der Garnqualität (Mohair ist z.B. leicht, Schurwolle schwerer) und der Beschaffenheit des Fadens abhängt (wenig oder stark gezwirnt). Letztendlich ist es die Erfahrung, die beim Ansehen und Fühlen der Wolle hilft, die benötigte Menge einzuschätzen und selbst dann liegt man immer wieder mal daneben. Die gesicherte Information ist, dass für das Halbpatent mehr Garn benötigt wird als wenn glatt rechts gestrickt würde, aber für das Halbpatent wiederum weniger Garn benötigt wird als für das Vollpatent. Die unseriöse Aussage wäre, dass 30 Prozent mehr Garn grundsätzlich ausreichend sind – es kann stimmen, muss aber nicht.

      Viele Grüße
      Christiane von maschentext.de

    1. Liebe Theres,

      in diesem Fall benötigst Du eine gerade Maschenzahl. Bei der Strickanleitung orientierst dich am besten an VARIANTE 3 (siehe oben). Die erste Runde (sowie alle folgenden ungeraden Runden) strickst Du genau wie dort angegeben. In der zweiten (und jeder folgenden geraden) Runde kehrst Du die oben genannten Angaben einfach wie folgt um:

      Eine Randmasche * eine Masche zusammen mit dem Umschlag rechts abstricken, 1 links * eine Masche zusammen mit dem Umschlag rechts abstricken, eine Randmasche

      Viele Grüße
      Christiane von maschentext.de

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