Doubleface Pulswärmer

Bauschig, weich und superwarm sind diese Schneeflöckchen Pulswärmer. Gestrickt im Wendemuster, sind sie von beiden Seiten tragbar. Diese Strickanleitung mit einer kleinen Einführung in die Besonderheiten der Doppelstrick-Technik, eignet sich nicht nur für Doubleface-Profis sondern vor allem auch für alle, die sich zum ersten Mal an dieser Stricktechnik versuchen möchten. Bei diesem überschaubaren Handarbeitsprojekt übt sich das Doubleface-Stricken fast ganz von allein.


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Strickstücke, die im Doubleface-Stil gearbeitet sind, zeichnen sich dadurch aus, dass die Modelle zwei Schauseiten haben und damit gewendet werden können. Auf beiden Seiten erscheint grundsätzlich dasselbe Muster, während die eine Seite dabei immer das farbliche Negativ der anderen Seite darstellt. Ein solches Gestrick ist nicht nur besonders schön anzusehen, von der Optik einmal abgesehen hat die doppelt gearbeitete Lage auch noch weitere Vorteile: Das Strickstück fällt besonders dicht und formstabil aus. Doubleface-Gestricktes wärmt so auch an kältesten Wintertagen sehr gut. Gleichsam bedingen diese hervorragenden Eigenschaften allerdings auch, dass beim Stricken von Kleidungsstücken und Accessoires in der Doubleface-Technik vor allem dünne und weiche Garne zum Einsatz kommen sollten. Andernfalls könnte das Gestrick zu fest geraten oder aufgrund der Dicke stark auftragen. Für diese Pulswärmer mit dem winterlichen Schneeflocken-Motiv wurde vierfädige Sockenwolle verwendet, die sich für diesen Zweck ausgesprochen gut macht. Genauso könnte damit ein Stirnband, eine Mütze oder auch ein Schal gestrickt werden.

 




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Doppelt Gestricktes hat zwei Schokoladenseiten
Äußerlich betrachtet besitzt ein Doubleface-Strickstück zwei Vorderseiten, während die jeweils dazugehörigen Rückseiten im Inneren aneinander liegen. Damit sind diese beim fertigen Strickteil nicht mehr sichtbar. In der praktischen Umsetzung entstehen Wendemuster-Strickmodelle wie die abgebildeten Pulswärmer, indem beim Stricken gleichzeitig an beiden Schauseiten gearbeitet wird. Dazu liegen die Maschen für die beiden Seiten während des Strickvorgangs zusammen auf der linken Nadel und zwar immer als Maschenpaar, das aus jeweils einer Masche für jede der beiden Schauseiten besteht. Ist auf der Strickvorlage (dem sogenannten Zählmuster) also zum Beispiel eine blaue (bzw. schwarze) Masche dargestellt, steht diese für ein solches Maschenpaar und es müssen hierfür in der praktischen Umsetzung zwei Maschen gestrickt werden: Als erstes die eine Masche für die vordere Schauseite, die mit dem blauen Garn gestrickt wird und dann noch eine Masche für das weiße Pendant der Wendeseite. Beide Maschen zusammen bilden also das erste Maschenpaar. Die erste Masche eines solchen Maschenpaares wird immer rechts gestrickt (in diesem Beispiel ist das eine Masche mit dem blauen Garn), während die zweite Masche eines Maschenpaares immer links gestrickt wird und zwar mit der jeweils anderen Farbe (in diesem Fall mit dem weißen Faden).

 

So liest du das Doppelstrick-Zählmuster
Auf den ersten Blick unterscheidet sich ein Doppelstrick-Zählmuster nicht von einem, das zum Beispiel für das verwandte Fair-Isle-Stricken benutzt wird. Die Übersetzung muss im Kopf geschehen, denn beim Doubleface-Stricken steht jedes einzelne Kästchen eines Zählmusters stellvertretend für gleich zwei Maschen beziehungsweise das Maschenpaar. Auf der Mustervorlage für die Pulswärmer sind für eine Schneeflocke 27 waagerechte Kästchen abgebildet. Auf der Nadel müssen hierfür doppelt so viele Maschen liegen, also 54 Maschen für eine Flocke. Da die Zählschrift in jeder Runde zwei Mal hintereinander gestrickt wird, werden bei dieser Anleitung insgesamt 108 Maschen benötigt. Gestrickt wird immer eine rechte Masche in der abgebildeten Farbe und hinzugedacht wird das Gegenüber, nämlich die dazugehörige andersfarbige Masche der zweiten Schauseite, die im Zählmuster-Raster nicht dargestellt ist. Das Hinzudenken der nicht gezeigten andersfarbigen zweiten Masche für die Wendeseite, passiert nach einigen Runden ganz automatisch. Ein wenig Konzentration ist jedoch erforderlich. Dies vor allem zu Beginn einer Strickarbeit, wenn die Handhabung der Doppelstrick-Technik noch nicht verinnerlicht worden ist.

 

In Runden fällt es leichter
Grundsätzlich lässt sich sagen, dass es Anfängern leichter fällt, das Doubleface in Runden zu stricken, wie es bei diesen Pulswärmern der Fall ist. So bleibt die Zuordnung der beiden Farben als Hintergrundfarbe (oft auch als Hauptfarbe oder Grundfarbe bezeichnet) und Musterfarbe immer dieselbe. Bei dieser Anleitung hebt sich die blaue Schneeflocke vor weißem Hintergrund ab, wie die Strickvorlage weiter unten auf der Seite zeigt. Da in Runden gestrickt wird, liegt diese Seite immer vorne. Würde jedoch in Hin- und Rückreihen gearbeitet, müsste die Strickarbeit nach jeder Reihe gewendet und abwechselnd auch an der Schauseite mit dem Negativ-Muster gearbeitet werden. Hier wäre es jedes Mal genau umgekehrt: Die Hintergrundfarbe wäre Blau und die Musterfarbe wäre Weiß. Diese Variante entspricht nicht der Zählvorlage und so müsste stets zwei Mal umgedacht werden – in der Hinreihe müsste für ein blaues Kästchen eine rechte Masche in Blau und eine linke Masche in Weiß gearbeitet werden, während es in der Rückreihe eine rechte Masche in Weiß und eine linke Masche in Blau wäre. Das ist zwar nicht unmöglich, bereitet aber auch Doubleface-Profis Probleme, weil es in jedem Fall die Fehleranfälligkeit beim Stricken drastisch erhöht. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, am Anfang mit einem Rundstrick-Modell zu beginnen und erst einmal in Ruhe die Technik dieser zweifarbigen Strickweise einzuüben. Schließlich ist das Arbeiten mit zwei Fäden gleichzeitig gewöhnungsbedürftig und gelingt nicht jedem sofort im selben Tempo, wie beim regulären Stricken mit nur einem Arbeitsfaden.

 




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Einige Anregungen für weitere Doubleface-Modelle
Mit zwei Schauseiten vergrößert sich die Zahl der möglichen Strickprojekte. Beim ebenfalls zweifarbigen Fair-Isle-Stricken entsteht auf der Vorderseite ein ansehnliches Muster, während auf der Rückseite die zahlreichen Spannfäden verlaufen. Das ist beim Doppelstricken anders. Ganz gleich welche Seite gerade vorne liegt, zu sehen ist immer das schöne Muster. So eignet sich die Technik nicht nur ausgesprochen gut für Kleidungsstücke und Accessoires, die von beiden Seiten tragbar sind und sich daher immer wieder neu kombinieren lassen, sondern auch für eine ganze Reihe an Deko-Projekten. Denkbar sind kleine Anhänger zum Beispiel für den Weihnachtsbaum oder Untersetzer, die als Tischplattenschoner in verschiedenen Größen für Gläser und Töpfe hergestellt werden können. Wird reine Baumwolle verwendet, können zweifarbig gemusterte Topflappen entstehen, die von jeder Seite gut aussehen. Spannende Effekte lassen sich auch für Patchwork-Projekte entwickeln. Viele kleine quadratische Einzelstücke können mal von der einen Seite, mal von der anderen Seite mit dem Negativ oben liegend aneinander genäht werden. Eine Kuscheldecke für das Wohnzimmer wäre da zum Beispiel eine schöne Idee. Darüber hinaus sehen Doppelstrick-Modelle auch gefilzt besonders interessant aus.

 

Benötigte Materialien für die Pulswärmer
Etwa 20 g Sockenwolle in Weiß (LL 210m/50g) als Hauptfarbe
Etwa 20 g Sockenwolle in Blau (LL 210m/50g) als Musterfarbe
Nadelspiel 2,0 und 2,5 (optional 20 cm-Rundnadeln der Stärke 2,0 und 2,5)
Strickfingerhut für das mehrfarbige Stricken
Wollnadel zum Vernähen der Fäden

 

Die Maße der fertigen Schneeflocken-Pulswärmer
Die fertig gestrickten Pulswärmer haben eine Gesamtlänge von 11,0 cm. Das Bündchen misst im ungedehnten Zustand einen Umfang von 8,8 cm und im Motivbereich sind es hier 9,5 cm. Für jeden der beiden Pulswärmer werden nach dem beigefügten Zählmuster zwei Schneeflocken mit einem Abstand von zwei Maschen dazwischen gearbeitet. Wird an den Handgelenken etwas mehr Umfang benötigt, lassen sich in diesem Bereich zwischen den Motiven beidseitig ganz einfach zusätzliche Maschen integrieren, die dann entsprechend in der Hintergrundfarbe gearbeitet werden. Damit die Strickanleitung trotz einer solchen Änderung noch stimmt, müssen die zusätzlichen Maschen bereits zu Beginn der Strickarbeit am Bündchen aufgenommen werden und beim Stricken in jeder Runde ergänzt werden. Es empfiehlt sich eine Notiz zu machen, damit das Muster von der ersten bis zur letzten Runde aufgeht und sich keine Fehler einschleichen.

 

Die Strickanleitung für die Doubleface Pulswärmer
Im Kreuzanschlag 48 Doppelmaschen mit dem 2,0-Nadelspiel anschlagen und zur Runde schließen. Insgesamt 96 Maschen in der Reihenfolge Blau, Weiß, Blau, Weiß, usw. liegen nun auf der Nadel. Die Strickarbeit beginnt mit zehn Runden glatt rechts in der Doppelstricktechnik: Die blauen Maschen werden rechts gestrickt, die weißen links. In der elften Runde werden alle Maschen mit der 2,5er Stricknadel abgestrickt. In diesem Zuge werden über die Runde verteilt, sechs Maschen zugenommen (108 Maschen). In der zwölften Runde wird eine Kontrastreihe gearbeitet. Dazu einfach die beiden Farben tauschen: Die rechten Maschen mit dem weißen Garn abstricken, die linken Maschen mit der blauen Wolle. Dasselbe passiert in der 13. Runde nochmal, die Farben werden wieder getauscht.pulswaermer-stricken-zaehlmuster Danach beginnt das Doubleface Zählmuster, das in der Breite zwei Mal gestrickt wird. Ist schließlich die letzte Runde der Schneeflocke fertig gearbeitet, wiederholt sich die Anleitung – nur in umgekehrter Reihenfolge: Eine Runde Blau, eine Runde Weiß und die folgende dritte Runde mit der 2,0-Nadel abstricken (Blau liegt jetzt wieder vorn) und sechs rechte und sechs linke Maschen durch Zusammenstricken abnehmen.
Dafür muss an diesen gleichmäßig  über die Runde verteilten Abnahmestellen die Reihenfolge der Doppelmaschen auf der linken Nadel geändert werden. Denn zusammengestrickt werden selbstverständlich nur die blauen Maschen mit den blauen und die weißen mit den weißen. Anschließend folgen neun Runden, in denen das blaue Garn vorn liegt. In der 13. Runde werden schließlich alle Maschen locker abgekettet. Die Arbeitsfäden mit der Wollnadel sorgfältig vernähen und fertig sind die Doubleface-Pulwärmer. Viel Freude beim Nachstricken!

Fotos, Grafik und Text: Christiane Mester

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