Teppich stricken: Ob als Bettvorleger, auf den Fliesen im Badezimmer oder vor der Wohnzimmercouch – die Füße sinken ein in den kuscheligen Hochflor, der von einer stabilen Unterseite aus linken Maschen fest zusammengehalten wird. // Strickanleitung // Strickmuster // Schlingenflor stricken // Hochflor // DIY // Wohnen // Blau // reine Wolle //

Strick einen Teppich

Dieses schicke Teil macht sich an jedem Platz in der Wohnung gleich gut: Ob als Bettvorleger, auf den Fliesen im Badezimmer oder vor der Wohnzimmercouch – bei diesem Teppich sinken die Füße ein in den kuscheligen Hochflor, der von einer stabilen Unterseite aus linken Maschen fest zusammengehalten wird. Diesen Wollteppich möchte jeder gerne haben. In diesem Beitrag erfährst du, wie er gestrickt wird. Es ist ganz einfach.


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Mit der Schlingen Flor-Technik entsteht nach dieser Strickanleitung ein weicher Schurwollteppich zum Wohlfühlen. Der fertige Teppich hat eine Größe von 80 x 60 cm. Verwendet werden sollte ein Garn, das robust und strapazierfähig ist. Die Wahl des Materials ist entscheidend, denn ein Teppich muss im Laufe der Zeit schließlich einiges aushalten können.

 

Einen Teppich stricken: Die Wahl des geeigneten Materials ist entscheidend
Bevor es losgeht, steht als erstes der Wolleinkauf an. Nicht jedes Garn eignet sich gleichermaßen für die Herstellung von Teppichen, es braucht das richtige Material für ein solches Projekt. Aus diesem Grund gibt es für die Herstellung von Teppichen spezielle Teppichgarne im Handel zu kaufen. Teppichgarne eignen sich besonders gut für diesen Zweck, sind aber oftmals noch teurer als die Wolle, die für hochwertige Kleidungsstücke verwendet wird. Es lohnt sich also nach günstigen Alternativen Ausschau zu halten, denn es gibt sie. Werfen wir einen Blick auf die besonderen Eigenschaften von Teppichgarn. Grundsätzlich gilt: Das verwendete Material sollte gut wärmen – sprich, einen hohen Anteil reiner Wolle haben – aber dennoch robust sein und möglichst nicht filzen. Die richtige Materialmischung macht den Unterschied.

 

Trachtenwolle: Eine günstige Alternative zu Teppichgarn
Was Teppichgarn verspricht, hat beispielsweise auch Trachtenwolle zu bieten. Beim abgebildeten Teppichmodell wurde dieses Material verwendet und es hat sich bewährt. Trachtenwolle ist ein Strickgarn, das zu einem sehr hohen Prozentanteil aus reiner Schurwolle besteht, aber ebenfalls einen gewissen Anteil an Kunstfasern hat. Das sorgt dafür, dass das Gestrick besonders haltbar ist. Eine solche Materialmischung eignet sich also sehr gut, um daraus einen Teppich herzustellen. Der fertige Wollteppich wärmt nicht nur gut und ist besonders strapazierfähig, er kann noch dazu ohne zu filzen bei 30 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden. Auch das ist nicht unwichtig. Insofern ist es ein weiteres Plus für das Garn, dass das Material maschinenfest ist.

 

Benötigte Materialien für den Schurwollteppich der Größe 80 x 60 cm
Etwa 600 g Garn (Lauflänge 185 cm/100g. Hier: Trachtenwolle, Schachenmayr)
Eine 80-cm-Rundstricknadel der Nadelstärke 4,5
Eine Wollnadel zum Vernähen der Fäden
Eine Häkelnadel

 

Schlingen Flor: Oben bauschig weich, unten fest und glatt
Hochflorteppiche entstehen meist als Knüpfarbeit. In diesem Fall ist das anders. Für den Wollteppich werden die kunstvollen Schlaufen nicht auf einer Unterlage aufgebracht, sondern ganz einfach gestrickt. Diesen typischen „Flokati“-Style kennt jeder, aber nur die Wenigsten wissen, wie die Schlingen Flor-Technik eigentlich gearbeitet wird. Dabei ist sie alles andere als eine Neuerfindung, sondern altbekannt und recht simpel auszuführen. Für Designer zählt der Schlingen Flor zum grundlegenden Handarbeitsrepertoire. Wer beim Stricken gerne eigene Modelle entwirft, sollte dieses Muster also über die Anleitung für den Wollteppich hinaus unbedingt auf dem Zettel haben.

Das Anleitungsvideo zeigt: Wenn sich der Arbeitsfaden beim Schlingen Flor zu extravaganten Schlaufen windet, ist es der Daumen, der beim Stricken die Hauptrolle spielt. Die Schlaufen entstehen durch das Umwickeln des Fadens bei jeder Masche. Beim Abstricken der Maschen bildet sich dann ein fester Knoten, der das Gestrick zusammenhält. Die fertigen Schlingen fallen sogar derart fest aus, dass sie anschließend auch problemlos aufgeschnitten werden können. Der Teppich löst sich dadurch nicht auf, sondern bekommt eine andere Optik.

Beim abgebildeten Modell wurden die Schlaufen nicht aufgeschnitten, sondern sind so erhalten geblieben, wie sie beim Stricken entstanden sind. Es lohnt sich, das Aufschneiden auszuprobieren. Denn wer mit dem Gedanken spielt, sollte nicht erst beim fertigen Teppich zu Werke schreiten. Das Aufschneiden der vielen Schlaufen sollte vorher an einem eigens dafür hergestellten Probestück getestet werden.

 

Hinweise zur Strickanleitung
Die Frage des richtigen Materials ist geklärt und die Technik vorgestellt. Bevor es nun ans Stricken geht, ist eines noch wichtig zu wissen: Für den Teppich ist ein lockerer Maschenanschlag erforderlich. Andernfalls fiele die Anschlagkante fester aus als das restliche Gestrick und in der Länge betrachtet, würde sich das Gesamtbild verzerren. Der Teppich wäre in diesem Bereich schmaler als es in der Gesamtlänge der Fall wäre.

Um diesen unschönen Effekt zu vermeiden, stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Entweder sollte die empfohlene Rundstricknadel beim Maschenanschlag doppelt genommen werden oder für den Anschlag eine Nadelstärke gewählt werden, die etwa zwei Nummern größer ausfällt, als die der Arbeitsnadeln. Gearbeitet wird der Wollteppich mit Nadelstärke 4,5 – für den Anschlag sollte daher eine 6,5er-Nadel gewählt werden. Abgesehen davon, dass der Teppich gleichmäßig breit wird, ist ein weiterer Vorteil des locker ausgeführten Maschenanschlags, dass die erste Strickreihe wesentlich leichter von der Hand geht, als bei einem festen Anschlag.

 

Die Strickanleitung für den Schurwollteppich
Mit der 80-cm-Rundstricknadel insgesamt 118 Maschen im Kreuzanschlag aufnehmen.


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Die erste Reihe: Eine Randmasche stricken * eine Masche rechts stricken, die alte Masche aber nicht von der linken Nadel nehmen, sondern nun den Faden zwischen den beiden Nadelspitzen nach vorne holen, von rechts nach links ein Mal um den Daumen führen und anschließend zwischen den Nadeln wieder zurück hinter die Arbeit legen und erneut eine rechte Masche aus der alten Masche herausstricken. Dann die beiden neuen rechten Maschen von der rechten Nadel zurück auf die linke Nadel nehmen und zusammen rechts verschränkt abstricken * eine Randmasche stricken.
Die zweite Reihe: Eine Randmasche stricken * alle Maschen links stricken * eine Randmasche stricken.
Die dritte Reihe und alle folgenden Reihen: Die erste und die zweite Reihe stetig wiederholen, solange bis die gewünschte Länge des Wollteppichs erreicht ist.

 

Die Fertigstellung des selbstgestrickten Wollteppichs
In einer Rückreihe alle 118 Maschen abketten und mit der Wollnadel die Arbeitsfäden vernähen. Ganz zum Schluss die Häkelnadel zur Hand nehmen und das fertige Strickwerk mit einer Runde Krebsmaschen umhäkeln. Das sorgt für einen besonders gleichmäßigen Abschluss am Rand. Die Schlaufen können nun auch aufgeschnitten werden.

 

Farbliche Varianten und Muster
Für den abgebildeten Teppich wurde ein meliertes Garn verwendet. Die gewählte Farbmischung aus Blau und Weiß sorgt für Abwechslung und das lockert das Gesamtbild optisch auf. Es ist aber durchaus möglich noch etwas mehr Farbe ins Spiel zu bringen. Dies geschieht indem mit zwei oder mehreren verschiedenfarbigen Garnen gearbeitet wird. Verschiedene Varianten sind möglich: Die Farbe kann zum Beispiel in gewissen Abständen gewechselt werden. Dann gibt es Blockstreifen. Abgesehen davon ist es ebenfalls möglich, ein Muster einzuarbeiten. Geometrische Formen eignen sich besonders gut. Wichtig bei solchen Farbwechseln ist jedoch, dass die Anfangs- und Endfäden immer gut gesichert werden. Nach der Fertigstellung sollten diese Fäden besonders sorgfältig auf der Rückseite vernäht werden. Andernfalls besteht das Risiko, dass sich das Gestrick an den Stellen der Farbwechsel im Laufe der Zeit auflöst. Das wäre sehr schade, denn ein solches Kunstwerk in Handarbeit herzustellen, bedeutet schließlich einigen Aufwand.

 

Vorsicht, Rutschpartie!
Auf der Rückseite der Strickarbeit zeigt sich beim Schlingen Flor ein glatt links gestricktes Maschenbild. Für den fertigen Wollteppich bedeutet das: Eine solche Unterseite findet auf einem glatten Fußboden wie Fliesen, Laminat oder Parkett keinen Halt. Der Teppich kann beim Drüberlaufen ins Rutschen geraten und das kann bekanntermaßen ziemlich gefährlich werden. Es gibt zwei Möglichkeiten, für einen festen Halt zu sorgen.

 

Eine rutschfeste Unterlage verhindert das Gleiten zuverlässig
Dass der Teppich auf glatten Untergünden in Bewegung gerät, lässt sich ganz einfach mit einer rutschfesten Teppichunterlage vermeiden. Das gummiartige Material ist im Handel als Ballenware erhältlich und kann einfach auf die gewünschte Größe zugeschnitten werden. Eine andere Möglichkeit, die drohende Rutschpartie bereits im Vorfeld zu vermeiden, ist der Einsatz von Flüssigsilikon. Aufgetragen auf die Unterseite des Teppichs, verhindert das Material, dass sich der Wollteppich in Bewegung setzt. Diese Methode hat allerdings einen Nachteil, der nicht zu unterschätzen ist: Der mit Silikon versehene Teppich sollte anschließend nicht mehr in der Waschmaschine gewaschen werden. Es besteht die Gefahr, dass sich die aufgetragene Schicht während des Waschvorgangs wieder ablösen kann. Hervorgerufen wird das zum einen durch die Temperatur in der Maschine und zum anderen begünstigt das Material des Strickteppichs den Ablöseprozess. Wolle ist ein Naturprodukt mit rückfettenden Eigenschaften. Das ist beim täglichen Gebrauch von Wollprodukten nicht spürbar, dennoch sorgt das dafür, dass die Silkonbeschichtung auf diesem Material nicht auf Dauer haften kann. Löst sich die aufgetragene Silikonschicht dann ganz oder in Teilen ab, tut das der Waschmaschine gar nicht gut. Wer den fertigen Wollteppich also regelmäßig waschen möchte, für den ist die separate Anti-Rutschunterlage eindeutig die bessere Wahl. Sie wird nicht fest mit dem Wollteppich verbunden, sondern lediglich darunter gelegt und muss daher gar nicht erst mit in die Waschmaschine.

Fotos, Video und Text: Christiane Mester

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