Nähen ohne Nähmaschine

Neulich habe ich einen sehr schönen selbstgemachten Tunnelzug-Beutel aus Baumwolle geschenkt bekommen. Genäht wurde die kleine Tasche nicht mit der Nähmaschine, sondern mit der Hand. Ich habe mir erklären lassen wie es funktioniert.


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Einen Projektbeutel für meine Strickarbeiten oder eine schöne Aufbewahrungsmöglichkeit für meine Stricknadeln und andere Handarbeitsutensilien kann ich wirklich sehr gut gebrauchen. Für solche Zwecke ist dieses Modell ein wenig zu klein, also werde ich sehr bald selbst die Nähnadel schwingen. Sicher, man könnte so etwas kaufen oder die Herstellung mit der Nähmaschine perfektionieren, aber es ist gerade dieser Handmade-Look, den ich so charmant finde. Und ich habe mir sagen lassen, dass nicht nur das Stricken, sondern auch das Nähen mit der Hand eine äußerst entspannende Tätigkeit sein soll.


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Ein schönes Geschenk
Verwendet wurde der Stoff einer ausrangierten Bettwäsche, die Kordel wurde aus reiner Baumwolle gehäkelt und die Ränder des Tunnelzug-Lochs mit Stopftwist versäubert. Es ist also ein Upcycling-Projekt, das sich mit einem sehr geringen Budget in die Tat umsetzen lässt und ich habe mich wirklich sehr über die kleine Tasche gefreut!

 

Benötigte Materialien
Baumwollstoff in der gewünschten Größe
ein Rest Baumwollgarn (z.B. LL 170m/50g)
Stopftwist
Häkelnadel (Ns. passend zum Baumwollgarn)
Nähnadel
Nahttrenner (oder eine spitze Nagelschere)
mittelgroße Sicherheitsnadel

 

So wird’s gemacht
Als erstes wird der Stoff in zwei gleich große Rechtecke zugeschnitten. Aufeinandergelegt werden die beiden Teile Links auf Links, so dass die rechte Seite außen liegt. Die Kanten der beiden Seiten und die des Bodens werden erst einmal mit Nadeln festgesteckt und dann etwa 6 mm vom Rand entfernt mit großen Stichen geheftet. „Stecken – Heften – Nähen!“, lautet die unbedingte Anweisung für ein schönes Ergebnis. Mit der Hand auf der rechten Stoffseite zusammengenäht, werden die drei Seiten dann mit dem sogenannten Rückstich und zwar mit 4 mm Abstand sehr eng am Rand. Der Rückstich heißt so, weil die gleich langen Stiche immer wieder zurück und dann wieder nach vorne gestochen werden. Fotos gibt es hierzu noch nicht, aber bis ich die Arbeitsschritte meines eigenen Projekts fotografiert habe, weiß das Internet, wie der Rückstich, der auch Steppstich genannt wird, ausgeführt wird. Ist dieser Arbeitsschritt erledigt, wird der Heftfaden entfernt und der Beutel auf Links gezogen. Von der Kante aus betrachtet, wird kurz über die erste Naht hinaus ein weiteres Mal geheftet und dann erneut im Steppstich die innere Naht genäht. Wichtig ist, dass hierbei die erste Naht eingefasst wird – die Reihenfolge ist also: Stoffkante, erste Naht, zweite Naht. Der Abstand zur Kante beträgt etwa 6 mm.

 

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Nachdem auch dieser Heftfaden herausgezogen wurde, wird als nächstes der Tunnelzug gearbeitet. Dazu wird der Beutel auf Rechts gekehrt und der Stoff oben sehr knapp (etwa 4 mm) nach innen eingeschlagen. An dieser Stelle könnte es durchaus hilfreich sein, die Kante zu bügeln. Danach wird der Stoff noch einmal umgeschlagen – diesmal aber mit etwa 1,5 cm wesentlich großzügiger. Diese Kante am besten auch noch einmal sauber umbügeln, bevor die Naht geheftet und mit dem sogenannten Überwendlingsstich geschlossen wird. Der Tunnelzug ist fertig.

 

Die Tunnelöffnung
Damit die Kordel eingezogen werden kann, braucht der Tunnel noch eine Öffnung. Hierfür wird die äußere Stofflage an einer Seite mit dem Nahttrenner oder einer spitzen Nagelschere über eine Länge von etwa 1,5 cm aufgetrennt. Damit das Loch nicht ausfranst, werden die Ränder des waagerechten Schlitzes anschließend mit dem Stopftwist im Schlingstich umkettelt.

 

Eine Kordel aus Luftmaschen häkeln
Der Beutel ist fertig, nun fehlt nur noch die Kordel. In diesem Fall wurde einfach eine Luftmaschenkette aus Baumwolle gehäkelt, mit der Sicherheitsnadel durch den Tunnel gezogen und die Enden fest verknotet. Ich denke, für meinen Projektbeutel werde ich eine runde Kordel stricken.

Fotos und Text: Christiane Mester

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