Willkommen zu Teil zwei der Strickanleitung für den voluminösen Glockenrock. Wenn du hier angekommen bist, hast du genug Infos gesammelt und bereits das Vorderteil und das Hinterteil des äußeren Glockenrocks in verkürzten Reihen quer gestrickt. Lass‘ uns nun mit dem Taillenbündchen starten und den Unterrock direkt anstricken. Über das Inhaltsverzeichnis kannst du jederzeit zu den vorherigen Kapiteln dieser Strickanleitung zurückspringen.
Inhaltsübersicht
Die Strickanleitung für das Bündchen des Tellerrocks
Auf dem Hauptbett des Feinstrickers mit dem Kontrastgarn einen Wickelanschlag über 150 Nadeln machen. Links und rechts auf dem Hauptbett sind jeweils 75 Nadeln belegt. Auf Maschenweite 4,25 einige Reihen glatt stricken bis das Abfallgestrick circa zehn Zentimeter lang ist. Der Schlitten steht anschließend rechts.
Den langen Anschlagkamm zur Hand nehmen, die Zähnchen des Kamms von hinten nach vorne durch das Abfallgestrick pieksen und den Anschlagkamm mit dem Anschlagdraht fixieren. Die fünf großen Hakengewichte einhängen. Auf Maschenweite 4,25 eine Reihe von rechts nach links mit dem Nylonfaden über alle 150 Nadeln stricken. Nun das Hauptgarn in die Fadenführung der Strickmaschine einfädeln und eine Reihe von links nach rechts glatt über alle Nadeln stricken.
Bevor es weitergeht, die folgenden Einstellungen für das 1/1-Bündchenmuster vornehmen: Den Abstreifer am Hauptschloss wechseln, auf der linken Seite des Doppelbetts den Halbversatzhebel auf „P“ einstellen und auf der Versatzskala den Wert P5 anwählen. Die Nadeln von Hauptbett und Doppelbett stehen sich nun direkt gegenüber. Den Reihenzähler auf Null zurückdrehen und die Maschenweite an beiden Schlössern auf Null einstellen. Die rot markierten Absenkhebel an beiden Seiten des Doppelbetts nach oben ausrichten. Das Doppelbett ist nun in Strickposition.
Als Nächstes werden für das Taillenbündchen mit zwei Einer-Deckernadeln Maschen vom Hauptbett auf das Doppelbett übertragen. Umgehängt wird auf dem Nadelbett von links nach rechts wie folgt: Die Masche der 75./73./71./69./(…) Nadel vom Hauptbett auf die direkt gegenüberliegende Nadel des Doppelbetts hängen. Immer weiter von links nach rechts über das Nadelbett arbeiten. Im Anschluss an diesen Arbeitsschritt ist auf dem Hauptbett und auf dem Doppelbett jeweils jede zweite in Arbeit befindliche Nadel mit einer Masche belegt.
Auf Maschenweite Null das 1/1-Rippenmuster für das Taillenbündchen stricken, bis der Reihenzähler 50 Strickreihen zeigt. Das Rippenstricken auf beiden Betten des Feinstrickers ist mit diesen 50 Reihen beendet. Wir kehren zurück auf das Hauptbett, um das Taillenbündchen zu einem Hohlsaum zu schließen.
Dazu die Maschen, die auf dem Doppelbett liegen, mit den beiden Einer-Deckernadeln zurück auf das Hauptbett übertragen. Anschließend die Hakengewichte und den Anschlagkamm entfernen und die Maschen der ersten Hauptgarn-Reihe (nach dem Nylonfaden) dazu hängen. Mit dem Hauptgarn auf Maschenweite 4,25 eine Reihe glatt über alle Doppelmaschen auf dem Hauptbett stricken. Mit diesem Schritt wird das Taillenbündchen zum Hohlsaum geschlossen, in den später das Elastikband eingezogen wird.
Jetzt wird die Maschenzahl des Strickstücks von insgesamt 150 auf 100 Maschen reduziert. Es sollen 50 Maschen abgenommen werden, um das dehnbare Rippenbündchen auf die Breite der oberen Kante des Rock-Teils zu bringen. Die beiden Strickstücke sollen aufeinander passen, um sie aneinander stricken zu können. Links und rechts auf dem Hauptbett muss die Maschenzahl also von jeweils 75 Maschen auf 50 Maschen sinken. Dazu von links nach rechts (bis zum Nullpunkt in der Mitte) in regelmäßigen Abständen Maschen auf die danebenliegende Nadel hängen.
Praktisch bedeutet das: Die Masche der 75. Nadel zur Masche auf der 74. Nadel hängen. Die 73. Masche unberührt lassen. Die 72. Masche zur Masche auf der 71. Nadel hängen. Die 70. Masche unberührt lassen – und so weiter. Nach diesem Schema in Richtung Mitte des Hauptbetts arbeiten. Beim Nullpunkt des Hauptbetts angekommen, sind insgesamt 25 Nadeln leer.
Dasselbe nun nochmal von rechts nach links Richtung Mitte wiederholen. Auch hier sind am Ende 25 Nadeln leer. Damit hat sich die Maschenzahl von 150 auf 100 reduziert. Die Lücken werden nun geschlossen, indem mit der Deckernadel die Einzelmaschen und die Doppelmaschen Richtung Mitte des Nadelbetts umgehängt werden.
Sind dann links auf dem Nadelbett 50 Nadeln und rechts 50 Nadeln belegt, wird das fertige Taillenbündchen mit dem Vorderteil des äußeren Rocks an der Maschine verbunden. Das Bündchen also nicht von der Maschine nehmen.
Das Bündchen mit dem Rock verbinden
Auf dem Hauptbett liegt das fertige Bündchen für das Vorderteil beziehungsweise des Hinterteils des Glockenrocks. Die Nadeln sind in B-Position, im Strickstück hängen Gewichtsaufhänger, die mit jeweils einem Krallengewicht versehen sind. Um die Verbindung zwischen dem Rockteil und dem Bündchen herzustellen, wird nun ein Rockteil auf das Doppelbett gelegt
Und zwar so, dass in der Draufschau die rechts gestrickte Seite des Strickstücks nach oben zeigt. Die obere Kante des äußeren Rockteils, an die das Taillenbündchen gestrickt wird, zeigt nach vorn zum Nadelbett hin, während sich die Glocken des Rocks nach hinten in Richtung Fadenhalter und Garnkone erstrecken. Der Rocksaum liegt also am weitesten weg vom Nadelbett.
Die Kante des Rockteils, die nun an das Bündchen angestrickt wird, wird im nächsten Schritt gleichmäßig auf das Maschengitter aufgesteckt. Zuerst links aufstecken, dann rechts und schließlich am Nullpunkt in der Mitte des Hauptbetts aufstecken. Dabei möglichst sorgfältig arbeiten, indem beim Aufstecken des Rockteil eine gerade Linie eingehalten wird, da dieser Bereich später sichtbar ist. Praktisch bedeutet das: Beim Aufstecken in einer Linie bleiben und nicht zwischen den Strickreihen des Rockteils springen.
Ist das Gestrick sorgfältig auf das Maschengitter gesteckt, die Kante des Rockteils nochmal nach unten schieben. Als Nächstes werden die Nadeln mit den daruf noch befindlichen Bündchenmaschen Nadel für Nadel von hinten nach vorne durch das Gestrick auf dem Maschengitter geschoben. Mit der rechten Hand die nach vorn zeigende Kante des Rockteils etwas festhalten und mit der linken Hand unter das Gestrick greifen und jede einzelne Nadel nach vorne (in D-Position) schieben.
Das Maschenskala-Lineal für den folgenden Arbeitsschritt auf die Schiene hinter die Nadeln legen. Es dient nun als Stopper für die langen Maschen, die nun nach und nach gezogen werden. Dazu den Arbeitsfaden in die geöffneten Nadelzungen legen, die Nadelzunge schließen und Nadel für Nadel händisch nach hinten bis an den Stopper heranziehen. Auch diesen Arbeitsschritt, mit dem Bündchen und Rockteil verbunden werden, sorgsam und in Ruhe ausführen.
Beendet wird dieser Arbeitsschritt, indem das Gestrick wieder aus dem Maschengitter gehoben wird. Den Stopper dabei noch auf der Schiene lassen und mit der linken Hand (unter dem aufliegenden Gestrick) einige Nadeln mit sanftem Druck gegen das Lineal halten. Mit Zeigefinger und Daumen der rechten Hand das Gestrick der hinten festgehaltenen Nadeln aus dem Maschengitter heraus heben. Damit das gelingt, werden vorne die Nadelköpfe mit angehoben. In dem „befreiten“ Bereich sofort die Nadeln nach vorne in D-Position schieben und somit Sorge tragen, dass keine Masche herunterfällt.
Nach diesem Schema das Gestrick Stück für Stück aus dem Maschengitter heben. Es gilt auch hier: sorgsam und in Ruhe arbeiten. Anschließend stehen alle belegten Nadeln in D-Postion und das Gestrick hängt nach unten, sodass nun der Unterrock direkt angestrickt werden kann. Zuvor sicherstellen, dass vom Gestrick wirklich kein Faden mehr im Maschengitter festhängt. Dazu die Maschen des Gestricks vorsichtig etwas nach vorn ziehen. Dort wo es stockt, hat sich etwas im Maschengitter verhakt und muss nach oben hin gelöst werden. Die Einer-Deckernadel oder die Hakennadel sind ein dafür geeignetes Werkzeug.
Die Strickanleitung für den Unterrock
Zum Schluss der Strickarbeit folgt das (sehr entspannte) Stricken des Unterrocks. Dieser wird glatt gestrickt und im Strickverlauf mithilfe von Zunahmen auf eine bequeme Beinweite gebracht. Auf dem Hauptbett des Feinstrickers liegen 100 Maschen, über die nun glatt auf Maschenweite 4,75 gestrickt wird. Dabei wird an beiden Seiten in regelmäßigen Abständen je eine Masche zugenommen. Und zwar mit der Dreier-Deckernadel.
Vor jeder Zunahmereihe mit diesem Tool auf beiden Außenseiten einen Dreierblock Maschen um eine Nadel weiter nach außen versetzen. Die nun leere Nadel mit der darunterliegenden Masche der Vorreihe füllen. Gearbeitet wird auf diese Weise eine sogenannte Raglanzunahme.
Diese Zunahmen vor dem Stricken der fünften, siebten und zehnten Reihe machen. Und dann vor dem Stricken jeder weiteren fünften Reihe bis einschließlich der 155. Reihe wiederholen. Kurz gesagt: Vor dem Stricken der 5./.7./10./15./20./25./30./(…)/155. Reihe zu beiden Seiten des Strickstücks jeweils eine Raglanzunahme machen.
Nach dem Stricken der 155. Reihe liegen dann 164 Maschen auf den Nadeln. Links und rechts auf dem Hauptbett sind jeweils 82 Nadeln belegt. Im Folgenden den Unterrock ohne weitere Zunahmen einfach runterstricken, bis der Reihenzähler 212 Reihen anzeigt. Für die letzte Reihe des Unterrocks, die 213. Reihe, am Schlitten die Maschenweite auf zehn stellen und die 213. Reihe stricken. Anschließend alle 164 Maschen mit der Arbeitszungennadel von rechts nach links durch Überzug abketten.
Das erste äußere Rockteil inklusive des Taillenbündchens und dem angestrickten Unterrock ist komplett fertig. Nun zurück zur Strickanleitung für das Bündchen springen, um das zweite Rockteil zu arbeiten.
Die Fertigstellung des Glockenrocks
Für die Fertigstellung des Tellerrocks das Gummiband durch das hohle Taillenbündchen ziehen und mit der Wollnadel die nacheinander Seitennähte von Unterrock, äußerem Glockenrock und Taillenbündchen im Matrazenstich schließen. Genäht wird dabei von unten (vom Saum aus) nach oben (in Richtung des Taillenbündchens). An einer Seite des Taillenbündchen die fünf Zentimeter der Innenseite des Hohlbündchens noch offen lassen.
Denn zuletzt muss noch das Elastikband passend gemacht und zusammengenäht werden. Den Strickrock anprobieren und durch Zusammenhalten der beiden Enden des Gummibands die benötigte Länge ermitteln. Die anvisierte Nahtstelle mit einer Sicherheitsnadel markieren. Ist keine Anprobe möglich, das Gummi bei einem Umfang von 80 Zentimetern markieren.
Das Gummiband an der Markierung mit Nähgarn und Nähnadel fest zusammennähen – wer eine Nähmaschine besitzt, kann das Elastikband auch damit zusammennähen. Ob mit der Hand oder der Maschine: Es empfiehlt sich, die Naht mehrfach zu arbeiten, um sie haltbar zu machen. Zum Schluss den Überstand des Gummibands mit einem Nahtabstand von etwa einem halben Zentimeter abschneiden und das Taillenbündchen mit der Wollnadel im Matrazenstich schließen. Fertig ist der Glockenrock!
Fotos und Text: Christiane Mester

