Die schönsten Strickbücher: Buchempfehlung für Edle Maschen von Lene Holme Samsøe.

Die Dänen können es einfach

In deutscher Übersetzung erschienen im Frech-Verlag, enthält Edle Maschen von Lene Holme Samsøe 27 gut verständliche Strickanleitungen für Jacken, Pullover und einzelne Accessoires. Der dezent pastellfarbene Look, den die dänische Strickdesignerin hier kreiert hat, ist ganzjährig tragbar und verblüfft mit interessanten Details.


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Die 27 Modelle sind kapitelweise nach Musterart geordnet.

Edle Maschen für jede Jahreszeit
Haben es die Edlen Maschen erst einmal ins Bücherregal geschafft, wird das Buch dort nicht lange liegen, denn für jede Jahreszeit findet sich ein passendes Kleidungsstück. Einzig und allein der Sommer ist in der Gesamtauswahl ein wenig unterrepräsentiert. Die leichten kurzärmeligen Frühjahrs-Jäckchen eignen sich aber auch für kühlere Juni-Abende. Es überwiegen ohnehin ganz klar die Anleitungen für Strickjacken. Das Verhältnis stellt sich wie folgt dar: Strickjacken (11), Pullover/Pullunder (5), Weste/Bolero/Poncho (5) und Ac­ces­soires (6) – je nachdem, wie man die Modelle zuteilt. Die benötigten Garne sind gut gewählt und selten so exotisch, als das man sie nicht bekommen würde. Dennoch wird ein ausgesprochen breites Spektrum an Wollsorten abgedeckt: Von Tweed bis Lace – verwendet werden ganz unterschiedliche Garne, die im Mustervorschlag allesamt in feinen Pastell- oder Erdtönen daherkommen.

 




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Mustergültig sortiert
Die Reihenfolge der einzelnen Anleitungen richtet sich nicht nach den verschiedenen Jahreszeiten oder der Art des Kleidungsstücks, Edle Maschen von Lene Holme Samsøe ist musterweise strukturiert. Der Inhalt gliedert sich in die fünf Kapitel Querrippen, Blattmuster, Strukturmuster, Zopfmuster und Lacemuster. Dementsprechend reicht auch der Schwierigkeitsgrad der unterschiedlichen Gestricke von einfach und schnell bis hin zu anspruchsvollen und zeitintensiven Arbeiten – verwendet wird eine dreistufige Skala. Die Angabe erscheint gut sichtbar gleich unter der Überschrift. In diesem Bereich findet sich aber noch eine weitere hilfreiche Information: Die jeweiligen Maßangaben für Oberweite und Gesamtlänge der Größen S bis XL sind aufgeführt. So kann für jedes Modell nachgeprüft werden, ob Small ausreicht oder ob im konkreten Fall ausnahmsweise nicht doch besser eine 38 gewählt werden sollte.

 

Nützliches Strickwissen
Wer es fachlich ganz genau wissen möchte, beginnt mit den allgemeinen Hinweisen, die üblicherweise ganz vorn im Buch stehen:  Den Kapiteln vorangestellt finden sich auf den Seiten 8 bis 11 die Maßtabelle, die Strickschriftlegende und eine Liste der verwendeten Abkürzungen, als auch einige Begriffserklärungen, die sich ganz augenscheinlich an Anfänger richten. Ausgehend von der durchschnittlichen Körpergröße 164 bis 172cm, zeigt die Maßtabelle für alle Größen (S bis XL), die unterschiedlichen Zentimeterangaben für Brust-, Taillen- und Hüftumfang. 89/70/98 ist eine M und XL wäre 102/82/108. Hinzugefügt sind Tipps, wie sich die Anleitungen aus dem Buch recht einfach ändern lassen, wenn die eigenen Maße stark von den aufgeführten abweichen. Anfänger finden Erklärungen zu grundlegenden Begriffen, wie Maschenprobe, Randmaschen, Maschen stilllegen, Strickschriften und Ausarbeiten.

Abgesehen davon, wird auch innerhalb des Buches gezielt nützliches Strickwissen vermittelt, denn die fünf Kapitel beginnen jeweils mit einer kurzen Beschreibung der vorgestellten Musterart. Die Blätter beispielsweise entstehen beim Stricken durch Zu- und Abnahmen und wirken besonders plastisch, wenn sie auf glatt links gestricktem Grund erscheinen, ist da zu lesen. Diese nützlichen kleinen Wissenseinheiten mitten in das Buch zu integrieren und nicht gesondert voran zu stellen, wie so oft der Fall, ist eine gute Idee. Noch besser wäre es, sie um den Hinweis zu ergänzen, welches Garn am besten zur jeweiligen Technik passt. Diese Information ist dem Einleitungstext nicht immer zu entnehmen.

 

Ein Buch, das anspornt

Kraus rechts erst einmal warm gestrickt, fällt die Blätterborte an Modell Lilly nicht mehr schwer.

Wichtig zu erwähnen an dieser Stelle: Strickanfängern ist Lene Holme Samsøe eine ausgezeichnete Lehrmeisterin – auf magische Weise spornt ihr Buch an, sich technisch weiter zu entwickeln: Wer bis dahin hauptsächlich rechte und linke Maschen gestrickt und variiert hat, findet eine passende Anleitung für dieses Niveau, wird aber eine Seite weiter zur Zopfnadel greifen oder mit den Blattmustern über sich hinaus wachsen wollen. Das Geheimnis dahinter ist wohl die gelungene Mischung aus dem besonders reizvollen Look und den gut verständlich formulierten Anleitungstexten, die zum Ausprobieren ermuntern.

 

Stimmiges Design betont das Wesentliche
Die visuelle Gestaltung der einzelnen Buchseiten ist geschmackvoll und passend zu den einzelnen Strickmodellen gewählt. Layout und Schriftart unterstreichen die inhaltliche Struktur der Anleitungen und jedes Modell hat zudem seine eigene Farbe. Derart durchgestylt, fällt es fast gar nicht mehr auf, dass es  dieselbe blonde Schönheit ist, die mit dem immer gleichen Gesichtsausdruck selig von jeder Seite lächelt. Im Vergleich zu anderen beliebten Strickbüchern, kommt dieses also schlicht gesagt, etwas weniger arty daher. Das wiederum hat aber zwei Vorteile: Es kostet im Laden nur die Hälfte derartiger Exemplare – bei vermutlich doppeltem Inhalt, der an sich besticht – und wenn die Fotografien auch wenig künstlerisch sind, lassen sie dafür die Strickweise sehr gut erkennen. Es gibt einige ganzseitige Bilder, die das Maschenbild geradezu auf den ersten Blick ablesen lassen. Bei diesem handlichen Format, in dem das Buch erschienen ist, führt das dann aber unweigerlich dazu, dass beim Stricken des Öfteren hin und her geblättert werden muss. Die Anleitungen erstrecken sich meist über drei bis vier Seiten, was bei den meisten Veröffentlichungen üblich ist. Nichtsdestotrotz, das Buch ist dennoch schön anzusehen, weil das Design konsequent bis zur letzten Seite durchgehalten wird.

 




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Mögliche Verbesserungen
Eine dritte Auflage des Buches könnte die Anleitungen um die dazugehörige Schnittzeichnung ergänzen, die es bisher nur für zwei Modelle gibt. Erst einmal dabei, wäre es weiterhin sinnvoll, der Strickschrift die Legende der Zeichen hinzuzufügen und die Kästchen in diesem Zuge auch direkt etwas zu vergrößern. Sie sind gerade ausreichend, dürften allerdings kleiner nicht sein. Bis dahin lohnt es sich, an mancher Stelle die Musterabbildung kurzerhand zu kopieren. So bleibt das Buch auch länger schön.

 

Ein Lieblingsteil von vielen: Nikita
Eines der besonders schönen Modelle ist Nikita – ein Pullover, gestrickt aus dicker Wolle, der von der Mitte her in Runden gearbeitet wird. Mit geringem Aufwand lässt sich hier ein maximaler Effekt erzielen, denn Nikita ist vergleichsweise einfach und schnell zu stricken, besticht aber durch einen sehr speziellen Look. Das Muster erstreckt sich gleichermaßen über das Vorder- und das Rückenteil. Die Enden der diagonalen Zöpfe finden seitlich wieder zusammen, das sieht man nicht alle Tage und wirkt daher besonders.

Fotos und Text: Christiane Mester

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