Plisseemuster stricken

+++ ACHTUNG Diese Strickanleitung ist noch in Arbeit +++
Eine plastische Struktur, Schwung und eine natürliche Formgebung sind die drei Eigenschaften, die ein gestricktes Plisseemuster auszeichnen. Diese Anleitung zeigt, wie das Muster auf der Strickmaschine gearbeitet wird, welche Garne dabei zu empfehlen sind und liefert erste Ideen für die praktische Anwendung.

Plisseefalten verleihen einem Strickstück eine dreidimensionale Fächerstruktur und hauchen Kleidungsstücken diese gewisse schwungvolle Leichtigkeit ein. Nach dieser Strickanleitung entstehen recht formstabile Plisseefalten, die auch nach dem Waschen erhalten bleiben.

Das Strickmuster eignet sich besonders gut für Kleidungsstücke wie Röcke oder Kleider. Die vertikal verlaufenden Falten fächern sich auf, sodass sich mit diesem Strickmuster eine natürliche A-Form erzeugen lässt. Damit sich beispielsweise ein Rock nach unten hin etwas weitet, ist es beim Stricken also erst einmal nicht erforderlich die Maschenzahl durch Zunahmen zu erweitern.

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Benötigte Materialien für diese Strickanleitung
Strickmaschine (hier: Silver Reed SK280)
Doppelbettergänzung (hier: Silver Reed SRP60N)
Anschlagkamm (Standardzubehör SK280)
Drei Zusatzgewichte für den Anschlagkamm (Standardzubehör SK280)
Zwei 1er-Deckenadeln zum Umhängen von Maschen (Standardzubehör SK280)
Eine Arbeitszungennadel zum Abketten von Maschen (Standardzubehör SK280)
Dünnes Garn (Empfehlungen gibt es unten auf dieser Seite)

 

Die Strickanleitung für das Plisseemuster im Kurzüberblick
Das Plisseemuster entsteht auf dem Hauptbett und auf dem Doppelbett der Strickmaschine. Für diese Strickanleitung wird die Silver Reed SK280 mit der Doppelbettergänzung Silver Reed SRP60N benutzt. Das Muster lässt sich aber auf jeder Strickmaschine mit Doppelbettergänzung arbeiten.

Gestrickt wird eine offene Arbeit in Hin- und Rückreihen, die Werkelei an der Maschine beginnt aber mit einem Maschenanschlag wie für eine Rundstrickarbeit. Darauf folgen nochmal zwei Reihen auf Rundstrick-Maschineneinstellungen. Als Nächstes werden an bestimmten Stellen einzelne Maschen vom Hauptbett aufs Doppelbett und vom Doppelbett aufs Hauptbett umgehängt. Für diesen Arbeitsschritt sind die beiden 1er-Deckernadeln erforderlich.

Dann wird nur noch klassisch hochgestrickt. Und das mit Maschineneinstellungen wie beim Stricken von Rippenmustern. Ist die gewünschte Länge des Strickstücks erreicht, wird abgekettet oder das Gestrick mit Kontrastgarn von der Maschine abgeworfen. Letzteres wäre die Empfehlung.

Die folgende Strickanleitung erklärt Schritt für Schritt wie das Plisseemuster auf der Strickmaschine mit Doppelbettergänzung gestrickt wird.

 

Die Strickanleitung für das Plisseemuster
Auf dem Hauptbett und dem Doppelbett jeweils 60 Nadeln in B-Position bringen. Die Maschinennadeln bitte keinesfalls weiter herausschieben als auf B-Position. Andernfalls könnten die Nadeln Schaden nehmen, wenn an der Maschine und am Schlitten nun die folgenden Einstellungen für das Rundstricken vorgenommen werden:

Auf der linken Seite des Doppelbetts den Halbversatzhebel nach links auf „P“ stellen. Durch Drehen am Versatzgriff des vorderen Nadelbetts den Versatz auf der P-Skala auf den Wert „5“ justieren. Die einzelnen Maschinennadeln von Haupt- und Doppelbett liegen sich nun genau gegenüber. In der zuvor eingestellten B-Position schauen sie sich an, berühren sich aber nicht. Auf der linken Seite des Hauptschlittens den Leerlaufhebel vom Kreissymbol auf das Dreieckssymbol umlegen.


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Den Musterhebel auf dem Hauptschlitten von „O“ auf das „S“-Symbol stellen. Vorne auf dem Zusatzschloss den linken der beiden Einstellhebel von 1 auf Null hochdrücken. (Falls es Unsicherheiten bei den hier genannten Bezeichnungen gibt, helfen die ersten Seiten der Bedienungsanleitungen von Haupt- und Doppelbett weiter.)

Der Schlitten des Hauptbetts mit dem verbundenen Zusatzschloss des Doppelbetts steht links. Das gewünschte Garn in die Fadenführung einfädeln und die entsprechende Maschenweite am Schlitten und am Zusatzschloss einstellen. Eine Netzreihe von links nach rechts stricken. Anschließend den Anschlagkamm wie gewohnt von unten nach oben durch die Netzreihe schieben und dort mit dem Anschlagdraht fixieren. Drei Zusatzgewichte gleichmäßig verteilt in den Kamm einhängen und zwei Reihen mit den genannten Maschineneinstellungen (fürs Rundstricken) stricken.

Nun wird das Muster eingeteilt, indem an bestimmten Stellen einzelne Maschen vom Hauptbett auf das Doppelbett und vom Doppelbett auf das Hauptbett umgehängt werden. Dies geschieht wie folgt:

Beginnen wir mit Hauptbett. Dort sind 60 Nadeln in Arbeit. Wir haben 30 Maschen auf der linken Seite des Nadelbetts und 30 Maschen auf der rechten Seite des Nadelbetts. Der Einfachheit halber beginnen wir von ganz links und arbeiten uns nach rechts vor. Ganz links auf dem Hauptbett lassen wir einen Achterblock Nadeln wie er ist. Die nächsten zwei Maschen der beiden folgenden Nadeln werden nach unten auf das Doppelbett zu den dort befindlichen Maschen umgehängt.

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Nach diesem Schema geht es weiter nach rechts: Einen Achterblock lassen wie er ist, die folgenden zwei Maschen nach unten hängen. Am Ende auf der rechten Seite angekommen, werden die letzten beiden Maschen umgehängt. Kurz gesagt: Links beginnen. Achterblock lassen, zwei Nadeln umhängen, (…), Achterblock lassen, zwei Nadeln umhängen. Die geleerten Nadeln auf dem Hauptbett zurück in A-Position stellen. Sie bleiben leer und stricken in dieser Ruhestellung nicht mit. Auf dem Hauptbett ist nun alles zum Stricken vorbereitet. Schauen wir nun nach unten auf das Doppelbett.

Auf dem vorderen Nadelbett sind 60 Nadeln in Arbeit. Wir haben 30 Maschen auf der linken Seite des Nadelbetts und 30 Maschen auf der rechten Seite des Nadelbetts. Auch hier arbeiten wir uns bei der Einteilung für das Umhängen von Maschen von links nach rechts über das Nadelbett.

Die Vorgehensweise ist dabei die gleiche wie schon beim Hauptbett – mit einer minimalen Abweichung: Links am Anfang des Nadelbetts und rechts am Ende des Nadelbetts bleibt jeweils nur ein Viererblock unberührt, dazwischen sind es wie gehabt Achterblöcke. Das Kurzschema für das vordere Nadelbett lautet also: Links beginnen. Viererblock lassen, dann zwei Nadeln nach oben umhängen, Achterblock lassen, zwei Nadeln nach oben umhängen, (…), zum Schluss rechts außen einen Viererblock stehen lassen. Fertig.

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Mit dem Umhängen sind wir durch. Nun werden die Einstellungen an der Strickmaschine auf ein klassisches Rippenmuster gestellt. Die nachfolgend aufgelisteten Einstellungen bleiben von nun an bis zum Ende des Strickvorgangs unverändert:

Auf der linken Seite des Doppelbetts den Halbversatzhebel nach rechts auf „H“ stellen. Durch Drehen am Versatzgriff den Versatz auf der H-Skala auf den Wert „5“ justieren. Auf der linken Seite des Hauptschlittens den Leerlaufhebel vom Dreieckssymbol auf das Kreissymbol umlegen.

Den Musterhebel auf dem Hauptschlitten vom „S“-Symbol zurück auf das „O“-Symbol stellen. Vorne auf dem Zusatzschloss den linken der beiden Einstellhebel von Null zurück auf 1 runterdrücken. (Falls es Unsicherheiten bei den genannten Bezeichnungen gibt, helfen die ersten Seiten der Bedienungsanleitungen von Haupt- und Doppelbett weiter.)




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Mit diesen Einstellungen etwa 50 Reihen hochstricken, damit sich das Plisseemuster in seiner vollen Schönheit entfalten kann. Anschließend das Gestrick mit Kontrastgarn von der Maschine abwerfen – das wäre die Empfehlung – oder die Maschen mit der Arbeitszungennadel der Reihenfolge nach abketten. Den Anschlagkamm herausziehen und zusehen wie sich das Gestrick sprungartig in Falten wirft.

 

Das richtige Garn für das Plisseemuster auswählen
Die Materialempfehlung für das Stricken des Plisseemusters ist zuallererst ein feines Garn. Was die Stärke des Fadens betrifft, ist ein vierfädiges Garn wohl die Obergrenze. Dies zum einen wegen der Arbeit am Feinstricker. Zum anderen soll das verarbeitete Garn aber auch die gewünschten Eigenschaften des Plisseemusters fördern: Ein dickes, kompaktes Garn verhindert, dass das Plisseemustergestrick leicht und locker mit Schwung fällt. Kurz gesagt, es macht eigentlich keinen Sinn, ein weich und luftig fallendes Strickmuster zu wählen und es dann mit einem zu schweren Garn zu erdrücken.

Schauen wir nun auf die Zusammensetzung, eignen sich beispielsweise Garne aus Angora, Mohair oder Seide genau wie Viskose oder auch Kunstfasergarne mit ähnlichen Eigenschaften. Mit einem solchen Material kann das Plisseemuster seine Vorzüge voll und ganz ausspielen. Wobei die eher haarigen Garnvertreter ein wenig „aufgerüschte“ Falten hervorbringen, während Viskose und vor allem die fließende Seide eine glatte Struktur schaffen.

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Wofür sich das Plisseemuster gut eignet
Im Bekleidungsbereich wird das Muster mit den hübschen Falten vor allem bei der Herstellung von Röcken und Kleidern verwendet. Der Faltenwurf des Plisseemusters sorgt ganz automatisch für eine schwungvolle A-Linie. Ob Mini-, Midi- oder Maxirock, das Gestrick umspielt das Bein in jeder Länge.

Und dabei muss es nicht bei nur einer Lage bleiben. Strickt man zum Beispiel mit einem fluffigen Mohairgarn, lassen sich auch mehrere Schichten Plisseemuster stapeln. Eine mehrlagige Schichtung zaubert ein fantastisches Volumen – vor allem wenn sich bei einem Minirock die Längen der einzelnen Schichten unterscheiden. Auf eine längere untere Lage könnten immer kürzer werdende weitere Lagen aufgesetzt werden. Diese können allesamt oben in einem Bündchen zusammengefasst werden oder – falls dies zu dick ausfallen würde – einzeln unter der jeweils darüber liegenden Lage versteckt angenäht werden. Ein weiterer Vorschlag wären asymmetrisch angeordnete Lagen.

Denkbar ist das Plisseemuster auch für eine Hose im Marlene-Stil. Eine 3/4-Länge der Hosenbeine verstärkt das Falten-Spiel optisch noch einmal. Ebenfalls beliebt sind die weit fallenden Trompetenärmel bei Pullovern. Fängt wiederum ein engeres Bündchen die weiten Ärmel ein, entsteht ein Balloneffekt. Beides funktioniert gut sowohl bei langen als auch bei kurzen Ärmeln.

Und damit nicht genug: Wie wäre es mit einer selbst gestrickten Tunika, einem Top, einem Poncho oder einem schicken Kragen im Plisseemuster? Viel Freude beim Experimentieren!

Foto und Text: Christiane Mester

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