Strickhose

Ob für gemütliche Abende auf dem Sofa oder als lässiges Lieblingsstück im Alltag: Mit dieser kostenlosen Strickanleitung entsteht nicht nur eine Hose, die sitzt wie angegossen, sondern auch ein echtes Wohlfühlstück. Der hohe Wollanteil des gewählten Materials sorgt für eine unvergleichbar wohlige Wärme.

 

Du hast schon Schals, Pullover und Handschuhe gestrickt und möchtest mal etwas anderes probieren? Erweitere deine Handmade-Garderobe doch mit einer selbst gestrickten Hose. Die Strickanleitung für dieses Modell eignet sich für einen ersten Versuch.

Die Hose wird glatt rechts gestrickt und besteht aus vier Teilen, die nacheinander jeweils von unten nach oben gestrickt werden. Der Schnitt ist figurnah angelegt und hat im Bereich der Taille einen mittelhohen bis hohen Sitz. Im Inneren des Taillenbündchens liegt ein breites Gummiband, das für Elastizität beim An- und Ausziehen sorgt. Hier kracht keine Naht, wenn du beim Umziehen mal nicht aufpasst.

Die Hosenbeine sind gerade geschnitten, was einen großen Vorteil mit sich bringt: Die Innenbeinlänge der Strickhose lässt sich individuell anpassen. Damit kommt diese Strickanleitung allen entgegen, denen Hosen von der Stange grundsätzlich zu lang oder zu kurz sind. Viel Freude beim weiteren Lesen und Nachstricken!

 

Brauche ich eine Strickmaschine?
Nein, nicht unbedingt. Diese Strickanleitung ist zwar für das Stricken mit der Strickmaschine geschrieben – hergestellt wurde die Hose auf der Flachbett-Strickmaschine Silver Reed SK280. Wenn du die Hose aber mit der Hand nachstricken möchtest, ist das mit dieser Strickanleitung ebenfalls möglich. Du solltest dafür allerdings schon ein bisschen Erfahrung mit dem Verstehen von Anleitungen und der Nadelarbeit haben.

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Benötigte Materialien für die Strickhose
Strickmaschine Silver Reed SK280
400 Gramm Wolle (hier: Ein Gemisch aus 70 Prozent Wolle, zehn Prozent Alpaka und 20 Prozent Nylon mit einer Lauflänge von 280 Metern auf 50 Gramm in der Farbe Hellgrau-Melange von der Hamburger Wollfabrik)
Gummiband in Weiß (Vier Zentimeter breit, 85 Zentimeter lang) für das dehnbare Taillenbündchen
Nähgarn in ähnlicher Farbe wie das Hauptgarn (hier: Hellgrau)
Etwas Garn in Kontrastfarbe mit ähnlicher Fadenstärke zum Hauptgarn (zum Beispiel drei- oder vierfädiges Sockengarn)
Ein Nylonfaden (Standardzubehör SK280)
Einer- bis Dreier-Deckernadeln (Standardzubehör SK28)
Gewichte (Standardzubehör SK280)
Eine Wollnadel zum Zusammennähen der Strickteile
Eine Nähadel zum Annähen des Gummibands
Stecknadeln

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Die Maschenprobe für die Strickhose
Glatt rechts auf dem Flachbett Silver Reed SK280 mit Maschenweite 3,75 gestrickt, ergeben 30 Maschen mal 47 Reihen ein Probestück der Größe zehn mal zehn Zentimeter.

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Die Maße der fertigen Strickhose in Größe M
Nach dieser Strickanleitung entsteht eine Hose in Größe M. Die Hose ist figurnah geschnitten und hat oben einen mittelhohen bis hohen Sitz. Der Umfang am Hosenbund beträgt circa 80,5 Zentimeter, der Hüftumfang – gemessen an der breitesten Stelle in Höhe Oberschenkel/Po – circa 103 Zentimeter und die Innenbeinlänge der Hose 78 Zentimeter. Die Beinweite im untersten Bereich des Hosenbeins misst circa 61,5 Zentimeter. Ausgemessen wurde das Gestrick jeweils in ungedehntem Zustand.

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Passt die Strickhose mir?
Eine Hose, die aus einem hohen Wollanteil besteht, ist heutzutage ein wertvoller Schatz. Nichtsdestotrotz ist das Stricken einer Hose mit etwas Aufwand verbunden und es wäre schade, wenn dir die fertige Teil am Ende nicht passen würde. Um das zu vermeiden bekommst du hier ein paar Details, die dir bei der Einschätzung der Größe helfen können. Schlüpfst du erfahrungsgemäß einfach in eine figurbetont geschnittene Hose der Größe M, müsste dir dieses Modell gut passen.

Bist du dir unsicher was die Größe betrifft, überprüfe ein paar Maße: Du kannst zum Beispiel den Hüftumfang an der breitesten Stelle deiner Oberschenkel messen. Kommst du in diesem Bereich auf nicht mehr als 102,5 Zentimeter, sollte die Hose dir im oberen Bereich schon mal passen. Ist dies nicht der Fall, wird dir diese Hose mit großer Wahrscheinlichkeit zu klein sein.

Fällt dein Hüftumfang um einige Zentimeter geringer aus als 102,5 Zentimeter, überprüfe sicherheitshalber den Umfang am Hosenbündchen. Der Messpunkt liegt etwa 32 Zentimeter über dem Schritt – also etwas über dem Bauchnabel. Markiere diesen Messpunkt auf deiner Haut und messe auf dieser Höhe waagerecht um deinen Körper herum. Hier sollten es mindestens 80 Zentimeter sein. Ist dein unterer Taillenumfang wesentlich geringer, wird dir die Hose mit hoher Wahrscheinlichkeit zu groß sein.

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Treffen der Hüftumfang und der Umfang der unteren Taille etwa zu, geht es nur noch um die Länge der Hose – und die ist variabel. Good news! Damit die Hose dir von der Länge her passt, überprüfst du die Innenbeinlänge. Der Schnitt dieser Strickhose ist schrittnah konzipiert, das heißt, du misst den Abstand von deinen Füßen bis kurz unter den Schritt (etwa ein bis zwei Zentimeter darunter). Beträgt das Ergebnis etwa 78 Zentimeter sollte die Länge der Hose richtig sein. Fällt deine Innenbeinlänge kürzer oder länger aus als 78 Zentimeter, kannst du die Länge der Hosenbeine beim Stricken auf dich anpassen. Hier nun die Infos zur Änderung der Hosenlänge.

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So veränderst du die Länge der Strickhose
Die Innenbeinlänge dieser Strickhose lässt sich einfach auf ein individuelles Maß abwandeln. Vorgesehen sind etwa 78 Zentimeter. Um die tatsächlich benötigte Beinlänge zu erreichen, stickst du im unteren Bereich des Hosenbeins entsprechend weniger oder mehr Reihen. So hat zum Beispiel das abgebildete Modell eine 38er-Hosenlänge mit einer Innenbeinlänge von 89 Zentimetern. Um auf diese Extra Tall-Länge zu kommen, wurden im unteren Bereich der Hose elf Zentimeter mehr gestrickt als in der Strickanleitung angegeben. Zu bedenken ist, dass auch entsprechend mehr Garn benötigt wurde. Sehr großzügig bemessen waren es in diesem Fall etwa 30 Gramm mehr Material, die anfielen.

Wellenmuster
Die geschwungene Maschenoptik entsteht mittels verkürzter und verlängerter Reihen [...] MEHR

Um zu ermitteln wie viele Reihen mehr oder weniger gestrickt werden müssen, gehst du von den Werten der Maschenprobe aus. Eine Höhe von zehn Zentimeter erfordert mit dem hier verwendeten Garn das Stricken von 47 Reihen. Für die abgebildete Hose in 38er-Länge mussten damit bei jedem der vier Hosenteile im unteren Bereich 51 Reihen mehr gestrickt werden.

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Damit beim weiteren Hochstricken des Hosenbeins die Reihenangaben aus der Strickanleitung noch stimmten, wurden die zusätzlichen 51 Reihen separat gezählt. Der Reihenzähler wurde also wieder zurück auf die Reihe gestellt, nach der mit dem Stricken der zusätzlichen Länge begonnen wurde. Soll die Hose kürzer ausfallen, muss der Reihenzähler händisch um die entsprechende Reihenzahl weitergedreht werden.

Möchtest du ein kürzeres oder ein längeres Hosenbein stricken, hilft dir der Maschenrechner beim Ermitteln der Reihenzahl, die du mehr oder weniger stricken musst.


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Du möchtest ein anderes Garn verwenden?
Das in dieser Anleitung angegebene Garn besteht zu 70 Prozent aus Wolle, zu zehn Prozent aus Alpaka und zu 20 Prozent aus Nylon. Die Lauflänge beträgt 280 Meter auf 50 Gramm. Dieses Garn in der Farbe Hellgrau-Melange stammt von der Hamburger Wollfabrik. Genau dieses Material zu verwenden, ist ein großer Vorteil, aber wie immer beim Stricken ist es kein Muss. Beim Auswählen einer Garnalternative helfen dir die folgenden Informationen.

Mini-Rückwand für Strickmaschinentisch
Mit einer kleinen Rückwand am Tisch kann hinter der Strickmaschine nichts mehr herunterfallen [...] MEHR

Suchst du dir eine andere Wolle aus, kannst du nicht nur die Farbe der Strickhose bestimmen, auch die Zusammensetzung des Garns liegt in deinen Händen. Ein hoher Wollanteil ist dabei absolut erwünscht. Wollfasern sorgen für eine schier unvergleichbar wohlige Wärme beim Tragen der Hose. Dennoch empfiehlt es sich, etwas Maß zu halten. Kommt ein kleiner Anteil Kunstfaser zum hohen Wollanteil hinzu, ist die Hose nämlich formstabiler und strapazierfähiger. Ein Verhältnis von etwa 80 Prozent reiner Wolle zu etwa 20 Prozent Kunstfaser ist ideal.

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Eine gute Wahl für die Wollart wäre eine günstige Schurwolle. Der erwähnte Alpakaanteil des Originalgarns ist absolut kein Muss und sollte keineswegs nicht mehr betragen als zehn Prozent. Alpaka ist weich und dehnbar. Letzteres ist eine Eigenschaft, die bei einer Hose eher nicht erwünscht ist.

Nicht zu vergessen ist auch der Grad der Verzwirnung des Garns. Alles was ähnlich stark verzwirnt ist wie ein klassisches Sockengarn, ist eine gute Wahl zum verwendeten Garn. Im Gegensatz dazu nicht gut geeignet sind zum Beispiel sogenannte Dochtgarne. Ein Dochtfaden ist kaum verzwirnt, was das Gestrick schnell aus der Form gehen lässt. Mit Dochtgarn gestrickt, würde sich die Hose bei jedem Tragen und Waschen mehr in die Länge ziehen und insgesamt immer schlabberiger werden.

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Eine gute Alternative für das in dieser Anleitung angegebene Garn wäre zum Beispiel ein drei- oder maximal vierfädiges Sockengarn. Ein Dreifädiges hat fast die gleiche und ein Vierfädiges eine ähnliche Stärke wie das verwendete Garn. Sockengarn kommt zudem mit einem hohen Wollanteil daher, ist aber zusätzlich mit einem angemessenen Anteil an Kunstfaser ausgestattet.

Hast du ein schönes und passendes Alternativgarn gefunden, strickst du eine Maschenprobe. Kommst du mit der Wolle deiner Wahl auf dieselben Werte wie in der Maschenprobe angegeben (also 30 Maschen mal 47 Reihen auf zehn mal zehn Zentimeter), kannst du losstricken. Andernfalls versuchst du durch Anpassung der Maschenweite auf die genannten Zielwerte zu kommen. Letzteres ist die Voraussetzung dafür, dass die fertige Hose größenmäßig so ausfällt wie in dieser Strickanleitung angegeben.

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Die Strickanleitung für die Hose im Kurzüberblick
Die Hose wird glatt rechts auf der Flachbett-Strickmaschine gestrickt. Die abgebildete Hose wurde auf der Silver Reed SK280 gearbeitet. Sie besteht aus vier Strickteilen: zwei Vorderteilen und zwei Hinterteilen. Die Hinterteile der Strickhose fallen im Bereich des Schritts jeweils etwas weiter aus, damit der Po hineinpasst.

Gestrickt werden alle vier Hosenteile von unten (also vom Hosensaum) nach oben (bis zum Taillenbündchen). Auf der Strecke dazwischen werden für die Formgebung an den Seiten Zunahmen und Abnahmen gemacht. Wichtig ist, in regelmäßigen Abständen immer wieder Markierungen mit Kontrastgarn zu setzen. Diese sind eine große Hilfe beim späteren Zusammennähen der einzelnen Strickteile. So kann man über die lange Strecke eines Hosenbeins sicherstellen, dass an der Naht alles eins zu eins übereinstimmt.


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Der untere Saum der Strickhose wird als Hohlsaum gearbeitet. Dieser entsteht, indem das Gestrick kurz nach Beginn der Strickarbeit zwei Zentimeter breit nach innen eingeschlagen und dort befestigt wird. Letzteres passiert an der Strickmaschine sobald vier Zentimeter Höhe erreicht sind durch Hochhängen und Mitabstricken der Anschlagsmaschen.

Damit das einfach und sauber gelingt, wird ganz zu Beginn eines jeden Hosenteils der Maschenanschlag mit Kontrastgarn gemacht und eine Zwischenreihe mit dem Nylonfaden (Standardzubehör der SK280) gestrickt. Der glatte Faden wird später einfach herausgezogen und das Kontrastgarngestrick fällt ab.

Sind alle vier Hosenteile fertig gestrickt, werden sie im Matrazenstich zusammengenäht. Das dehnbare Taillenbündchen entsteht mithilfe eines vier Zentimeter breiten Gummibands. Dieses wird nach dem Zusammennähen der vier Teile ganz oben auf der Innenseite der Hose rundherum zunächst festgesteckt (siehe Foto) und dann angenäht. Anschließend wird diese doppelte Lage ein Mal nach innen gelappt und im Bereich der vier Hosennähte jeweils festgenäht.

Dass es nur an diesen vier Punkten fixiert ist, sorgt für maximale Flexibilität des Taillenbündchens beim An- und Ausziehen der Strickhose. Damit gibt es keine unnötige Naht, die beim Dehnen des Gestricks reißen könnte. Bei diesem Arbeitsschritt kommen die unter den benötigten Materialien angegebenen Stecknadeln, das Nähgarn und die Nähnadel zum Einsatz.

Genug gelesen? Hier geht’s zur detaillierten Strickanleitung für die vier Teile der Strickhose: Weiterlesen […]

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