Mini-Rückwand für Strickmaschinentisch

Auf dem Nadelbett ist eine Masche gefallen und im Begriff sich aufzulösen – die Finger tasten nach der Deckernadel und schon ist es passiert: Ein Krallengewicht rutscht vom Tisch und fällt aufs Laminat. Die Lösung für solche Missgeschicke: eine kleine Rückwand am Strickmaschinentisch. Die sorgt dafür, dass die vielen kleinen Werkzeuge, die beim Maschinenstricken stets und ständig zum Einsatz kommen, nicht mehr herunterfallen können. Hier ein Vorschlag für eine solche Mini-Rückwand zum Nachmachen.

 

Die Mini-Rückwand für den Strickmaschinentisch ist ein schlichtes L-Profil. Es wird von unten an die Tischplatte geschraubt. Das hat den Vorteil, dass der Tisch durch die Bohrlöcher quasi unsichtbar beschädigt wird. So kann er wieder in seinen ursprünglichen Zustand gebracht werden, ohne das an der Stirnseite Löcher zu sehen sind. Zum Beispiel, wenn mal eine zweite Strickmaschine gegenüber der vorhandenen auf demselben Tisch stehen soll.

 

Benötigte Materialien für die Tischrückwand zum Selbermachen
Ein L-Profil aus Aluminium (nähere Informationen zu Beschaffenheit, Maßen und dem Einkauf im Folgenden)
Doppelseitiges Klebeband
Mindestens sieben Schrauben
Ein Akkuschrauber



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Schritt 1: Die Maße des Stricktischs nehmen
Als Erstes muss der Stricktisch ausgemessen werden. Wichtige Maße sind hierbei die Breite und die Stärke der Tischplatte. Der abgebildete Tisch ist zum Beispiel 129,5 Zentimeter breit und die Tischplatte 1,7 Zentimeter dick. Da die Auswahl an Strickmaschinentischen auf dem deutschen (Online-)Markt recht übersichtlich ist, ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass diese Maße für den Nachbau übernommen werden können. Denn der abgebildete Tisch ist wohl das Modell, das die meisten Maschinenstrickerinnen und Maschinenstricker zu Hause haben. Hellgraue Tischplatte, einfaches Alugestell – unauffällig und funktional? – das ist er.

 

Schritt 2: Das richtige Profil wählen
Nach dem Messen geht es im zweiten Schritt schon um die Rückwand an sich, das L-Profil aus Aluminium. Passionierte Heimwerkerinnen und Bastler wissen, was ein L-Profil ist. Den anderen sei gesagt: Dabei handelt es sich um ein Winkelprofil, das in der Seitenansicht eine L-Form hat – also eine längere Winkelseite und eine kürzere Seite, die im 90-Grad-Winkel zueinander stehen. Eine Bildersuche nach „L-Profil“ im Web gibt letztendlich Aufschluss über das Aussehen.
 




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Für die Tischrückwand wird ein Alu-L-Profil benötigt, dessen Länge der des Tisches entspricht (hier 129,5 Zentimeter). Das Material sollte auch eine gewisse Stärke haben, damit es nicht verbiegt und die Rückwand stets gerade bleibt: Das Aluprofil, das unter den abgebildeten Stricktisch geschraubt wurde, ist drei Millimeter dick. In der Seitenansicht misst die lange Seite des 90-Grad-Winkels zehn Zentimeter – das ist die Rückwand, die hinten am Tisch nach oben steht – und die kürzere Seite ist vier Zentimeter lang. Diese kürzere Seite verschwindet unter dem Tisch wo das Profil von unten an die Tischplatte geschraubt wird. Beim abgebildeten Beispiel wurden sieben Bohrlöcher mit einem Durchmesser von 4,5 Millimeter gesetzt. Verwendet wurden im Weiteren sieben spitze Flachkopfschrauben mit entsprechendem Durchmesser.

Winkelprofile gibt es im Baumarkt zu kaufen. Allerdings meist in der Länge von einem oder zwei Meter. Man müsste das Profil also noch auf die passende Länge bringen. Um das Sägen zu vermeiden, wurde für den abgebildeten Strickmaschinentisch ein L-Profil nach Maß online bestellt. Und bei dieser Gelegenheit gleich mitgebucht wurde der Service, die scharfen Schnittkanten entgraten zu lassen und in regelmäßigen Abständen die sieben Bohrlöcher zu setzen. Selber Metall sägen, die Kanten schleifen und Löcher bohren entfiel bei dem abgebildeten Strickmaschinentisch für einen Gesamtpreis von 33,32 Euro für das maßgeschnittene L-Profil aus dem Onlineshop – zuzüglich Versand. Zusätzlich wäre es auch möglich gewesen, das Profil lackieren zu lassen, in diesem Fall wurde darauf verzichtet und das Alu roh belassen.

 

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Schritt 3: Passende Schrauben kaufen
Zu guter Letzt fehlen noch die spitzen Flachkopfschrauben. Die gibt es im Baumarkt zu kaufen. Spitz sollten die Schrauben sein, weil die Tischplatte aus Pressholz ist, und einen flachen Kopf sollten sie haben, weil der Schraubenkopf nach dem Anschrauben flach auf dem Aluprofil liegen muss. In ein Aluprofil lässt sich nun mal keine Schraube versenken. Der Durchmesser der Schrauben richtet sich nach dem der Bohrlöcher, in diesem Fall wurden wurden Schrauben mit 4,5 Millimeter Durchmesser benötigt. Besonders wichtig ist auch die richtige Länge der Schrauben. Sie sollen das Profil sicher mit dem Tisch verbinden, ohne dass die Spitzen oben aus der Tischplatte herausstechen. Die Platte ist 1,7 Millimeter dick, das Profil brachte drei Millimeter mit. So standen insgesamt zwei Zentimeter zur Verfügung in die 1,6 Zentimeter lange Schrauben getrieben wurden.


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Schritt 4: Die Rückwand an den Stricktisch schrauben
Vor dem Schrauben wurde das Profil probeweise an den Tisch gehalten, um sich zu vergewissern, dass alles passt. Die Kanten sollten bündig abschließen. Dann wurden auf die gebohrte Seite des Profils ein paar Streifen doppelseitiges Klebeband angebracht und das Profil von unten gegen die Tischplatte gepresst. Eine zweite Person sollte das Ganze nun festhalten, während durch die Bohrlöcher in den Profilen die Löcher in der Tischplatte leicht angebohrt werden. Dann mit dem Akkuschrauber in jedes Loch eine Schraube treiben. Fertig.

Foto und Text: Christiane Mester

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